Mittwoch, 10. August 2016

Jihadi Mindset


Die postmodernen Gesellschaften im Westen verstehen die Geisteshaltung nicht die Menschen zu Extremisten macht, was ein großes Problem ist. Nicht deswegen, weil man Tendenzen die zu extremistischen Gewalttaten nicht erkennen kann mit dem Ziel Gewalttaten dann zu verhindern, sondern deshalb, weil man Potential nicht erkennt um es produktiv für die eigene Seite abzuschöpfen und einzusetzen. Nichts anderes. Menschliche Natur ändert sich nicht und die Tendenz zu Gewalt und Tribalismus wird sich nicht in irgendeiner absehbaren Zeit ändern. Es geht nicht darum diese Dinge zu verhindern, sondern etwas daraus zu lernen und an ihnen zu wachsen. Der westliche Jihadist ist nur ein junges Phänomen in dieser Kategorie und trotzdem so typisch.


Jung, männlich, oft gebildet
Die allermeisten Jihadisten sind junge Männer zwischen 18 und 28, mit einem starken Focus auf der Altersgruppe der Mitte 20 Jährigen. Im Westen existiert dabei weniger ein Täterprofil von Menschen die von Kindesbeinen an indoktriniert wurden, als von denen, die bereits mit verschiedenen Dingen im Leben gescheitert sind und sich erst mit Anfang 20 radikalisieren. Dazu stammen sie zwar nicht immer aus bildungsbürgerlichen Haushalten oder sind selbst Akademiker wie Mohammed Emwazi aka. Jihadi John, dennoch sind sie gebildet. Bildung ist nicht nur einen Schulabschluss zu machen, Bildung ist genau so Belesenheit und Fachwissen in Themen die andere nicht als Bildung wahrnehmen. Während an deutschen Universitäten mit Hilfe von staatlicher Finanzierung Dinge unterrichtet werden, die als Künste zu verstehen sind und keinen realen wirtschaftlichen Wert erzeugen, so ist die autodidaktische Erlernung von Islamischer Rechtspraxis genau so eine Art von Bildung.

Die postmodernen Menschen im Westen reagieren hilflos auf diese Tatsache und bilden sich selbst ein, dass Bildung das beste, oder überhaupt nur ein Mittel gegen Terrorismus wäre. Das Drama an der Verbreitung von radikalislamischen Ideen im Nahen Osten liegt gerade daran, dass immer mehr Muslime eben lesen können und den Koran in seiner unverwässerten Auslegung selbst lesen, womit sie logischerweise radikalisiert werden im Sinne des Wortes. Das Gerede von Bildung und Jobs ist dagegen machtlos, weil es dadurch sowieso keinen Garant auf ein zufriedenes Leben gibt und ein Jihadist seine Rolle als Krieger für das heiligste der Heiligen Dinge nicht aufgeben wird um dich fragen zu können, ob es zu den Brötchen sonst noch etwas sein darf.


Krimineller Hintergrund
Von vielen Tätern wird im Nachhinein bekannt, dass sie bereits polizeibekannt waren. Kriminelle Energie ist etwas, was als solches kategorisiert wird wenn es sich außerhalb staatlicher Institutionen Ventile sucht. Staaten werden gegründet von ambitionierten Männern, die sich in ihren Praktiken nicht sonderlich unterscheiden von der Mafia. Ein Krimineller der wirklich noch etwas riskiert dabei einen gewinn zu machen, der ist sehr viel mehr am Leben und seiner archaischen Intensität dran als die restliche Bevölkerung, die sozialversicherungspflichtigen Arbeiten nachgeht und dann doch voyeuristisch Mafiafiguren in Filmen romantisiert, fiktive Helden, oder tatsächliche Mafiosis wie John Gotti zu Figuren der Popkultur macht. Es gibt mehr im Leben als am Leben zu bleiben.

Dabei kommt noch ein anderer Faktor ins Spiel; die Praxis von Geheimdiensten diese Kriminellen als Spitzel anzuwerben. Ein Moslem mit Migrationshintergrund wird lieber als Spitzel angeworben als ihn tatsächlich abzuschieben und man drängt ihn, den Behörden Informationen über die islamistischen Kreise innerhalb der moslemischen Community zu beschaffen, wobei er natürlich die Nähe zu diesen Kreisen suchen muss um an Informationen zu kommen. Die Islamisten sind sich dieser Praxis westlicher Behörden allerdings völlig bewusst, da sie in ihren Heimatländern mit Geheimdiensten konfrontiert sind, die noch krasser und skrupelloser vorgehen können. Der Kriminelle wird dadurch meistens schnell enttarnt, konfrontiert und von den Islamisten als Doppelagent benutzt. Ein Doppelagent hat den Vorteil, dass er sich im Laufe eines Konflikts immer wieder auf die Seite schlagen kann, die gerade gewinnt. Und westliche Institutionen verlieren gerade.


Privilegien
Heutige Menschen im Westen verstehen nicht wie islamische Kampfverbände operieren, da ihre eigene Kultur geprägt ist von christlicher Ritterlichkeit und Citizen Milites. Traditionell stehen Kriegerkasten allerdings außerhalb einer Gesellschaft und haben auch keine Aufgabe diese Gesellschaft zu schützen, das ist die Aufgabe jedes Angehörigen selbst, sondern sind in erster Linie Offensivmittel.
Ein Dschihadist kann in seiner Theologie zu einer Kombination aus beiden Dingen zurückgreifen.

And We place the scales of justice for the Day of Resurrection, so no soul will be treated unjustly at all. And if there is [even] the weight of a mustard seed, We will bring it forth. And sufficient are We as accountant.
- Quran, Chapter 21, Verse 47

Viele Dschihadisten zeigen keinen frömmigen Lebenstil, trinken Alkohol, suchen Stripclubs auf und sowas. Und das müssen sich auch gar nicht. Es gibt im Islam kein Konzept christlicher Taufe bei der man dem Teufel und seinen Werken abschwört, es gibt ein Konzept in dem Süden gegen islamische Tugenden abgewogen werden. Das höchste und heiligste für einen Moslem ist es dabei, dass er Dawa und Dschihad betreibt und so den Islam verbreitet. Diese Dinge wiegen alle anderen Sünden auf, weswegen es nicht notwendig ist Verzicht, Frömmigkeit und Keuschheit zu leben.


Die Terroragentur
Islamistische Terrororganisationen operieren viel eher wie Terroragenturen, die anstatt Leute von Kindesbeinen an zu indoktrinieren und zu Terroristen zu erziehen viel eher das vorhandene, bereits beschriebene Potential abschöpfen können. Dabei bedient man sich allen Mitteln die einen die postmoderne Gesellschaft selbst zur Verfügung stellt.
Das wird besonders deutlich nach Anschlägen, wenn die Anwälte einen überlebenden Täter als psychisch gestört und unzurechnungsfähig hinstellen wollen und dabei ihrem karrieristischen Interesse eine geringere Strafe zu bewirken nachkommen, als auch bei Familienangehörigen, die von allem nichts gewusst haben wollen, oder sich selbst als Opfer hinstellen, nur um kurz darauf abzutauchen.



Siehe auch:
Nice attack: Why the terrorists are winning the intelligence war


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